Montag, 16. Juli 2018

Werde ich ...

                „Werde ich Dir einmal begegnen
                nach drei Wegen im Regen,“*
                werde ich?
                Ich Frau, Du Mann ohne Anhaftung
                an irgendein Vermeinen übereinander?

                Werden wir aufeinander zugehend
                uns verneigen können vor dem Mut
                einander nicht aufgegeben zu haben
                in schweren Augen-Blicken unseres Lebens?

                Ich will halten den Raum der Offenheit,
                dass erfüllen sich kann die Bestimmung -
                Frau und Mann im Wachsen füreinander
                mutig unterwegs in zu erweiternde Ich - Gegenwärtigkeit.

                © baH, 14.07.2018
                Für Anne und Eckhard,
                Barbara und Curt,
                Ingeborg und Bernhard,   
                …….
                * Quelle unbekannt

Sonntag, 8. Juli 2018

Der schöne Schein

            Von Experten kommentierte Nachrichten
            erhöhen den Sender Flow -
            weltmännische Präsenz bis an die Stammtische.

            Nur, kann Expertenmeinung die Sorgen der Bürger
            um den inneren Bestand des Gemeinwesens
            vergessen machen?

            Unüberhörbar gurgelt es in den Kanälen des Mainstream,
            während explosives Gas die Regenrohre hinaufsteigt -
            Brutus schleicht durch die Gassen
            und sucht seine Genossen zum Bunde.

            Der finale Verrat hängt in den Glockenseilen
            und wartet auf das Zeichen die Freiheit zu kidnappen -
            die verborgene Geburtsstunde des Ich in den Herzen Vieler.

            © baH, 08.07.2018

Vorstellungs-Balkone

                Von den politischen Balkonen
                pfeifen sie ihre Sichten hinaus
                wie die Flüchtlingsfrage zu lösen sei.

                In streitbarer Beharrlichkeit
                streuen sie, Aufmerksamkeit erheischend
                ihren Parteien Zwist in die Öffentlichkeit.

                Um augenblicklicher Machteffekte willen
                scheint jedes Täuschungsmanöver legitim.

                Doch professionell herausgeputztes Polittheater,
                im Verbund mit Nebelkanonen-Donner,
                verdeckt die Nacktheit der Worte nur dürftig.

                Längst regieren nicht mehr Politbarone,
                sondern allein der schöne Schein.

                © baH, 07.07.2018

Samstag, 30. Juni 2018

Fragment 4/2028

Bestimmungslos ruht das Erkenne Dich selbst in Dir, gleich einer Seeoberfläche unter der Windstille. Substanzlose Leere und doch zugleich allumfassende Fülle. Schwelle in Dir, bis Du bereit bist mit Dir ins Gespräch zu kommen.
Von diesem Tage an ist es nur eine Frage allein von Dir bestimmter Zeit bis Du Deine selbstgesetzten Grenz-Marker überschreitest und Erkennen und Erleben in Dir zum Geist-Erfahren, zum willensdynamischen Geist-Begegnen zusammenschliessen kannst.

Bernhard Albrecht

Besserwisser

                Was will er mir schon sagen,
                so die „leichte Denke;“
                hat er doch keine Ahnung
                von der Schwere meiner Aufgabe -
                der idealistische Träumer.

                Spricht es und im Schleudergang
                geht es weiter,
                getrieben von den Tagesereignissen in mir.

                Doch das „Erkenne Dich selbst“
                will Dir nichts sagen;
                es wartet, wenn es sein muss
                ein Leben lang, bis Du Auge in Auge
                mit dem Du beginnst selbst mit Dir zu reden.

                © baH, 30.06.2018

Freitag, 29. Juni 2018

Wegschauen

                Mehr geübt als gedacht
                wird dieses Wegschauen
                angesichts des Offensichtlichen -
                unangenehm ist es im Spiegel des Du
                Dir in die eigenen Augen zu blicken.

                Und doch gibt es keinen Ausweg
                auf diese Weise sich selbst
                immer tiefer zu begegnen.

                Das Leben bringt es immer auf den Punkt
                und fördert erfindungsreich
                das Erwachen des Ich am Du,
                auf dass Du seist der,
                zu dem Du Dich von allem Anfang selbstbestimmt.

                © baH, 29.06.2018
               

Verharmlosen

                Wie heisst es doch so schön:
                Vergiss niemals das „Kleingedruckte“
                mit einzubeziehen,
                bevor Du Dein Vermeinen
                zu diesem oder jenem verlautbarst.

                Zwischen den Zeilen dessen
                über das Du nachsinnst
                liegt verborgen oft das Eigentliche
                oder es lauert die Verführung,
                die Dir ein Verharmlosen vorgaukelt.

                Wo und wie auch immer,
                Du kannst Dir nicht entfliehen;
                Du bleibst dem Erwachen tributpflichtig.

                © baH, 29.06.2018

Ohne Bedenken

                        Hau drauf, grab Dich ein
                        in den Hüllen Deines Ego,
                        hisse an allen Eckpunkten
                        Deines Lebens die Fahne -
                        „ich zuerst!“

                        Und Du wirst
                        Aufmerksamkeit erheischen;
                        hau also drauf.

                        Doch im Auge des Zeitgeistes
                        begegnest Du dabei,
                        immer nur Dir selbst.

                        Die Signatur des Lebens
                        „antwortet“ immer!

                        © baH, 29.06.2018

Unweigerlich

                    Du bist Dir selber gegenüber gestellt
                    mit einer jeden Gebärde,
                    die Du in die Welt trägst -
                    denn alles ist mit Allem verbunden.

                    Das Leben hat eine feine
                    und doch sehr bestimmte Art
                    zu antworten;
                    selbst mit noch so vielen Winkelzügen
                    kannst Du Dir also nicht entrinnen.

                    Am Ende bleibt immer die eine Frage:
                    bist Du der geworden,
                    zu dem du Dich selber bestimmt hast -
                    hast Du Deinen Lebensanteil verwirklicht?
                   
                    © baH, 29.06.2018

Dienstag, 26. Juni 2018

Engführung

                    Der Atem stockt,
                    blockiert in einem Druck,
                    der den Brustraum verschliesst
                    und -
                    mit Angststürmen umwirbelt.

                    Die Zeit steht still.

                    Ein inneres Aufbäumen
                    der Bewegung
                    vor unsäglichem Widerstand.

                    Die Zeit steht still.

                    Kein Durchkommen
                    in den Armen des Endes -
                    Herzinfarkt.

                    © baH, 26.06.2018

Blaulicht

                    Hellwach
                    in den Armen des Augenblicks,
                    Spritzen, Infusionsschläuche -
                    umsichtige, erschütterungsfreie Griffe,
                    leise beruhigende Worte.

                    Das Leben wechselt
                    in ein anderes Zeitmass
                    und öffnet in gedehnter Zeit
                    das Tor -
                    entschleiert die Ewigkeit.

                    Ergebenheit
                    hüllt Dich ein
                    im Atem der Rückkehr zu Dir.

                    © baH, 26.06.2018

Botschaft

                    Milde -
                    denn Du bist bereit,
                    Du Wächter an der Schwelle.

                    Das mächtige Gebirge -
                    eine Illusion
                    der Vorstellung.

                    Aus der Zeitlosigkeit
                    verdichteten Augenblicks
                    gebiert sich
                    der In-Sprung im Jetzt.

                    Das Wagnis -
                    sieh, es lächelt!

                    © baH, 26.06.2018

Freitag, 8. Juni 2018

Fragment 3/2018

Es ist das leise gegen die Beine treten, das Kommunikationen heute nicht selten so nachhaltig vergiften kann, dass am Ende verborgen unachtsame eigene Wahrnehmung nur Mauern spürt, die ohne auch nur den geringsten Zweifel als vom Anderen errichtet angesehen werden. - Der Knüppel springt aus dem Sack - und Verblendung wird manifest.
Nur, ist es näher betrachtet wirklich so, dass der Andere die Mauern errichtet hat. Sehe … ich … doch diese Mauern, bin demnach also verantwortlich, dass sie dort auch stehen, wo ich sie vermeintlich sehe. Aber ob sie sich dort auch tatsächlich befinden, die Mauern, dieser Frage wird in derartigen Situationen gerne ausgewichen. Und so bekommt der Knüppel aus dem Sack wirbelnde Kraft. Und verwüstet nicht selten blühende Felder nunmehr zurückweichender Zeiten, als seien diese nie gewesen.
Unterschwellige Streitbarkeit stellt sich aktiv fragendem Interesse in den Weg und klammheimlich durch Hintertüren „über Mauern“ gesprungene Illusionen verbarrikadieren weitere Neuland Einblicke. Versäumte Fragen im Niemandsland.

© Bernhard Albrecht, 08.06.2018

Montag, 28. Mai 2018

Oh doch

                Stimme dich ein auf die Dunkelheiten dieser Welt,
                empfinde ihre wirkende Kraft in Dir -
                ohne Dich in ihnen zu verhaken.

                Erlebe sie, lass berühren Dich von ihnen
                und Du kannst öffnen jene Kapsel,
                die den goldenen Licht-Löwenzahn
                Deines Herzens entbindet -
                freisetzt in ihm die Samenkraft Deines Ich.

                Tausend Lichtarme fluten so das Chaos dieser Welt,
                geben den Dunkelheiten dieser Welt
                eine neue Ausrichtung,
                indem sie der Bosheit Heilwirkung beimischen
                durch die Bewegung der Stille - gebündelt im Ich.

                © baH, 28.05.2018
                Aus aktuellem Anlass eine Antwort
                auf das Gedicht „Lauffeuer“ von Barbara Hauser
                https://wege-der-befreiung.blogspot.ch/2013/04/gesprach-unter-autoren-1.html           

Sonntag, 27. Mai 2018

Fragment 2/2018

Die dynamischen Flächen-Strömungen anzuschauender Resonanzgeschehnisse bergen in ihren sich spiegelnden Tiefen-Schichtungen zu Erreichendes von Zeiten übergreifender Bedeutung. Zwischen Ich und Du wölbt sich hier eine Schwelle in Bewegung, die allen Mut sie zu überschreiten einfordert. Der so bezeichnete dynamische Schwellen-Ort kennt kein Vorher und Nachher, denn andernfalls gibt es kein Erfahren des Überschreiten.
Erfahren wird nämlich erst dann zu einer tatsächlich inneren Befindlichkeit, sofern sie aus der Bewegung heraus und im erlebenden Einsitz Nehmen in der Bewegung geschieht. Erfahrung ohne diese Bewegung ist Illusion, ist Vorstellung von etwas, das so nicht existiert.
Ein Denken ohne ein so geartetes inneres Erfahren ist abstrakt, wandert durch Denkräume ohne den Geist, der in seinen Abstraktionen gleichsam erstorben ist, auch nur entfernt berührt zu haben.  Der Wille des Menschen im Zustand der Erschlaffung - jenseits der Möglichkeit schöpferischer Wirkensmacht. 

Brauchen die Weltverhältnisse heute diese Kraft aber nicht mehr als alles Andere? - Die Fähigkeit und Bereitschaft bis auf den Grund hin alles um- und neu zu denken?
Und: Kann Verantwortlichkeit heute noch in irgend einer Weise auf wen auch immer hin abgeschoben oder deligiert werden? Oder geht es nicht darum von individuellen Kleinräumen bis in grossflächige gesellschaftliche Zusammenhänge hinein Verantwortung zu ergreifen - über die Hürde hinaus, "was soll das schon bringen oder was geht mich das schon an?"

© Bernhard Albrecht, 27.05.2018

               

Mittwoch, 23. Mai 2018

Projektion

                Mit dem Eifer des Gutmenschen -
                malst Du um Dich, unmerklich
                ein Kleid voller Poesie,
                anmutig in Klang und Farbe.

                Wie durch mehrfach geschliffenes Glas
                erblickt Dein inneres Auge,
                betört von leise vor sich hin plätschernden
                Stimmen der eigenen Poesie
                Menschen, fraglos in ihren Seelenfarben.
           
                Was Du nicht siehst sind -
                die Schatten, die diese Bilder flüsternd
                mit einem Flor der Trauer umhüllen.

                Du selbst bist die Projektion.

                © baH, 23.05.2018
                Worte eines Dialogs mit einem Menschen in der Ferne

Sonntag, 20. Mai 2018

Nichts ...

                Nichts ist, wo ich Ansprüchen erlaube
                mir sich in den Weg zu stellen,
                denn über das Nacheinander meiner Weggebärden
                hat niemand anderer zu entscheiden als ich.

                Nichts ist, wo ein Anspruch zum Mass erhoben wird,
                der Andere einbindet in verengte Richtigkeit
                anstatt eigene Horizonte zu überschreiten.

                Nichts ist …

                Nichts ist, wo im sich selber aufgezwungenen Erwarten
                der Himmel sich in Mutmassungen verdunkelt
                und die Stunde der Selbstermächtigung
                vorüberziehen lässt.

                Nichts ist, wo Liebe nicht ausgesät.
               
                © baH, 20.05.2018

Ansprüche

                Auf rosa Bettdecken gären sie vor sich hin,
                die vermeintlichen Ansprüche,
                die „der Andere“ mir gegenüber einzulösen hat.

                Mit einer inneren Selbstverständlichkeit vorgetragen
                sind sie nichts als Sperrriegel
                einer Wirklichkeit, die ihr sich Verwirklichen
                nicht ergreift.

                Sind sie die Illusion eines Wolkengebildes
                das zu viel der Kraft für sich behält,
                anstatt sie dem Mitmenschen zukommen zu lassen.

                Ansprüche lassen erblinden,
                wo die Liebe erblühen will
                im einander grenzenlos zugewandten Dienen.

                © baH, 20.05.2018

               

Wissen wir ... ?

                    Wissen wir, was in dem Menschen
                    nahe oder fern von mir vorgeht,
                    wissen wir wirklich um sein Erleben?

                    Oder wölbt sich nur unser Kropf
                    und spuckt unmerklich Vorurteile aus,
                    wo Besinnung
                    ein mehr an Menschlichkeit
                    hervortreten lassen könnte?

                    Menschlichkeit, an Stelle von
                    in Kloaken Kanälen vor sich hin blubbernde,
                    in rosa Anständigkeit verpackte Klarheit.

                    Menschlichkeit,
                    nichts als konkrete Menschlichkeit.

                    © baH, 20.05.2018

Keine Zeit

                    Wie wabert doch dies Wort
                    so manches Mal, offen
                    oder verborgen Unheil stiftend
                    durch Raum und Zeit -
                    vermeintliche Eindeutigkeiten
                    hinter sich her schleifend.

                    Klar scheint in vielerlei Hinsicht
                    seine Bedeutung,
                    nur dies nicht …

                    Sie ruft mich zur Initiative
                    Dualitäten aufzulösen,
                    im über mich hinaus schreitenden Interesse
                    schöpferisch die Liebe zu bezeugen.

                    © baH, 20.05.2018

                    

Montag, 14. Mai 2018

Das Leben ...

                    Das Leben vergisst nichts
                    und  N i e m a n d e n  .

                    In steter Wiederkehr
                    schaut es Dir über die Schulter
                    oder schiebt Deine Füsse
                    dorthin, wo Du nicht hin willst,
                    aber jetzt … hingehörst.

                    Es legt Dir Steine in den Weg,
                    die auch nur anzuheben
                    Dir unmöglich erscheinen -

                    und doch federleicht sich erweisen,
                    wenn du den Mut fasst es zu tun.

                    Nichts ist auf den ersten Blick wie es erscheint.

                    © baH, 14.05.2018 

Hörst und siehst Du es ... ?

                    Verbogen reicht Dir …
                    das Leben seine Hand,
                    hilft Dir mit leisen Ermutigungen
                    über Schwellen,
                    löst die Kernkraft Deines Wesens
                    zum freien Flug -

                    Fliessendes Leben im Fluss des Lebens.

                    © baH, 14.05.2018
                   

Freitag, 11. Mai 2018

Herzmembran

              Vor aller Augen und doch geheimnisvoll
                              bewegt sich das Blut
     im Kraftschluss des Ich durch die Herz-Kammern -
       Abglanz leise leuchtenden  N-ich-ts  im All-Sein.

               Die Polarität von Werden und Vergehen
                                 mit sich tragend
                 bildet sich auf zart-seidener Membran
voller Unwägbarkeiten ein Film zukünftiger Wirklichkeit.

                                 Wirklichkeit,
           die in feinziselierten Empathie Gebärden
       Strömungen verborgenen sozialen Verstehens
                  an die Oberfläche treten lässt.

              Die Auferstehung des Ich im Jetzt.

                         © baH, 11.05.2018
                                 für Jürgen

               

Die grosse Frage

             „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst“…
               
             Dieser Mensch, dem ich gedenke ist gegenwärtig
                                     in dem Taxifahrer,
                          der Dich soeben vom Bahnhof
                                   nach Hause gefahren.

                                    Dieser Mensch lebt
                                     in der Gemüsefrau,
                                    bei der Du samstags
                              Deinen Bio-Salat kaufst …                               
                     
                                    und spricht sich aus
                    in dem Nein, das Du Deinem „ich muss“
               entgegen setzt, um mit den Fluss des Lebens
           den Kraftschluss zu Deiner Mitte wieder zu finden.

                                    © baH, 11.05.2018
                                       A.S. zugeeignet
               
       
            

Freitag, 4. Mai 2018

Der Falke

                    Sein Ruf geht durch die Zeit,
                    dringt durch Mark und Bein
                    all jener, die er zu sich ruft.

                    All durchdringenden Auges
                    schaut er Dich an - und
                    für einen Augenblick
                    erzitterst Du in Nacktheit.

                    Ehe er sich mit mächtigem Flügelschlag
                    von der Spitze seiner Drachenreiter -
                    jener Menschen, die sich bezähmt
                    in die Lüfte erhebt.

                    Frieden
                    in die Welt hineinträgt.

                    © baH, 04.05.2018
                    für Sabine B.

Samstag, 21. April 2018

Zeitlos

                        Vogelgesang
                        im Morgenwind -
                        Jubel ewiger Augenblicke.

                        baH, 21.04.2018

Donnerstag, 12. April 2018

Ein seltsam Band

                Untrennbar untereinander verbunden
                webt das Leben verborgen seine Bänder
                zwischen uns, erreichen -
                Sternschnuppen Botschaften
                in der Stille nur eines Augenblicks unser Herz,
                öffnen vor filigranem Hintergrund neue Horizonte.

                Über uns der Sternenhimmel ein Lichtermeer,
                in uns der beständig leise Ruf -
                diese oder jene Möglichkeit mehr in die Tat zu bringen.

                Es ist der Mut in vielen kleinen Schritten,
                der in Zeiten des Wahns
                die Freiheit über das Erdenrund hin                                       
                in unseren Füssen unerschütterlich zum Leuchten bringt.

                © baH, 12.04.2018
           

Montag, 26. März 2018

Zeiten - Umschwung

                Was langsam wächst durch die Zeiten,
                einmal kommt es an sein finales Ende,
                geht durch das Nadelöhr des Umbruchs
                überraschend und doch leise erwartet.

                Die da träumen die Dauer ewigen Geführt-Werdens
                weil allein auf eigenen Füssen zu stehen
                sie glauben nicht wagen zu dürfen
                stehen fassungslos vor einem Ereignen,
                das ihnen den Boden unter den Füssen aufreisst.

                Die Sicherheit zerbricht, drückt zu Boden
                und fordert über äussere Turbulenzen hinweg
                die Entscheidung für die eigene innere Kraft heraus -
                sie zu bezeugen mutig im sich aufrichtenden Ich.

                © baH, 25.03.2018
                (im Blick auf Führungsturbulenzen … )

Mittwoch, 14. März 2018

Der Horus Falke

                    In der stetig geübter Innenschau
                    tritt er aus den Schatten
                    deiner Nachtbereiche hervor,
                    unnahbar -
                    den Blick auf dich gerichtet.

                    Seine Gestalt eine einzige Frage.

                    Wie wirst du dich entscheiden -
                    für einen Weg innerer Ausflüchte
                    und Anklagen anderer Menschen
                    oder
                    für die Nachtfahrt mit der Barke?

                    Nur der Durchgang durch sein Auge
                    wird dir tragende Gewissheit bringen.

                    © baH, 14.03.2018
                   
                   

Montag, 12. März 2018

Der Wanderfalke

                In der Spitze einer vom Sturm
                schräg gestellten Tanne sitzt er -
                seit Stunden,
                bewegungslos in Ruhe,
                so, dass der Blick
                immer wieder  an den Grenzen
                eigener Ermüdung kurz entlang taumelt.

                Seine Ausdauer grenzenlos,
                fordert er heraus -
                Übergänge in die Leichte zu finden,
                den Bann der Schwere zu durchbrechen
                und in seine greifende Präsenz einzuschwingen.

                Fliessende Bewegung ohne Ende.

                © baH, 12.03.2018
     https://ich-quelle.blogspot.ch/2018/03/naturbeobachtung-u-n-  d-seelische.html#comment-form

                          vom gnädigen Tod

                Noch streift der Falke über das Feld,
                lässt sich nieder auf Pappeln
                und Dächern verlassener Gehöfte.

                Still hält er Ausschau.
            
                Mit geübter Kraft schenkt er
                der kleinen Maus still und
                fast schmerzlos einen gnädigen Tod,
                erspart seiner Beute
                das qualvolle Leiden und Sterben –
                als eine Folge überdüngter Felder.
            
                Ohne Rücksicht
                auf die eigene Befindlichkeit
                erfüllt er seine Aufgabe
                bis zum letzten Atemzug,
                bevor Menschen gemachter
                Widersinn auch seine
                Aufgabe lähmt.
            
                Angst kennt er nicht.

                @ bmh, 15.03.2018
                 Ein Antwortgedicht auf "Wanderfalke" von Barbara Hauser
                 https://schwerelos2013.wordpress.com/2018/03/24/vom-gnaedigen-tod/

Samstag, 10. März 2018

Anschauen

                Anschauen, anschauen und verweilen,
                Eindrücken innerlich nachgehen,
                an Hintergründe sich herantasten,
                Grauzonen erspüren,
                furchtlos Nebelbänke betreten -
                gleicherweise innere, wie von aussen anlandende;
                das Selbstgespräch mit sich suchen,
                anschauen, bis es in und um dich still wird,
                nichts mehr aufbegehrt,
                fragen.

                Assoziationen schnell einmal von der Leine gelassen
                sind die Waffen des Kleingeistes, der den Ruf des Ich -
                aus den Schatten des Du nicht hören will.
               
                © baH, 10.03.2018

Freitag, 9. März 2018

Zärtlichkeit

                    Verstand und Schönheitssinn
                    im Widerstreit, treiben -
                    ihr Spiel mit Dir.

                    Du willst ausbrechen,
                    entfliehen dem, was
                    als vermeintlich Gaukelspiel deine Sinne betört.

                    Willst es im Furor schmerzlicher Selbstbehauptung?

                    Siehe,  die Zärtlichkeit
                    kommt im Gewande reiner Menschlichkeit,
                    weis gekleidet zu Dir.

                    Will eröffnen Dir ein höheres Gleichgewicht
                    anschauend erlebender innerer Präsenz -
                    in über Urzeiten hinweg gesuchter Gefährtenschaft.

                    © baH, 09.03.2018
                    einer Freundin

Ernst

                Was so durch die Gassen streift,
                sphärisch den Menschen anhaftet -
                n u r  Phänomen?

                Die Illusion kleidet sich
                fein versponnen
                in vielerlei Mäntel,
                verbirgt gekonnt ihr Gesicht.

                Der Ernst, kein gern gesehener Gast
                in den Häusern eigener Innenwelten;
                die Selbstsicht hier - gerne umgangen.

                Der Blick bis auf seinen Grund
                im inneren Gleichgewicht still geteuft -
                wird zur Geburtsstunde reiner Menschlichkeit!

                © baH, 09.03.2018
               

Befangen - Gefangen

                Im Schleudergang ungelenk aufwallender Gefühle
                bezwingen sie gehetzt ihre Tage,
                halten fest an schillernden Illusionen,
                die ihnen ihr Handy im Minutentakt liefert.

                Mit gesenktem Kopf eilen sie
                über Bahnhofsplätze ihren Büros zu,
                einen Pappbecher Kaffee in der Hand,
                Blässe im Gesicht, die aufgehende Sonne nicht spürend.

                In der Eisenbahn, ein jeder in seiner Ecke sitzend,
                zittern untereinander nicht aufgenommene Gespräche
                erwartungsvoll zwischen den Bänken,
                während Nebel der Einsamkeit den Mittelgang bevölkert.

                Der kleine Schritt aufeinander zu, ein Lächeln …?

                © baH, 09.03.2018

Donnerstag, 8. März 2018

Rendezvous mit der Unterwelt

            Auf den Marktplätzen der Meinungsbildung
            finden sich diese Rendezvous zuhauf,
            Rendezvous, kaum noch der Beachtung wert,
            so allgegenwärtig sind sie.

            Um der Münze billigen Recht-Habens
            und vergänglicher Eitelkeit willen, verwettet
            Namenlosigkeit auf Assoziationen Börsen eigenes Vermeinen.

            Während das Diesel Desaster allgegenwärtig,
            wird unsere Innwelt vergiftet ins Unendliche
            und Niemanden bekümmert das.

            Den Finger auf der Handy Tastatur klicken wir,
            Freundschaft suchend durch Sümpfe der Belanglosigkeit,
            derweil das Ich in dunklen Kellern Schutz vor der Kälte sucht.

            © baH, 08.03.2018

           

Mittwoch, 7. März 2018

Im Schlachthaus

                Im Zwielicht eigener Selbstsichten
                kämpfen Vorurteile, um
                wie es scheint unumstössliche Positionen;
                Angst
                unscheinbar mit im Gepäck.

                Der Boden wölbt sich
                zwischen den Worten
                in Wellen.

                Das Blut selbstsicheren Vermeinens
                schwitzt
                aus vielerlei Poren.

                Nur - stille Einsicht
                ist Mangelware.

                © baH, 07.03.2018

Aufruhr

                Gereiztheit schwappt
                im Twitter - Jargon
                über Kontinente hinweg.

                Fake News parlieren
                Brust geschwellt
                auf öffentlichen Marktplätzen.

                Die Messer der Verdrehung,
                mordlüstern
                locker in der Tasche.

                Die Flucht vor sich selbst -
                im Spiegel des Du,
                kennt keine Grenzen.
       
                Das Ich im Windschatten, unerkannt.

                © baH, 07.03.2018

Freitag, 23. Februar 2018

Einatmen - Ausatmen

                    Anschauen, zu sich nehmen
                    und loslassen, das Spiel -
                    annehmen das Leben ohne wenn und aber.

                    Zuschauen sich selber,
                    dem Akteur -
                    auf den Einbahnstrassen dieser Welt.

                    Gekettet an Vorstellungen
                    des Vermeinens auf vielerlei Art -
                    im Stau auf Datenautobahnen.

                    Verzweifelt sich die Haare raufend,
                    unter Sturzbächen so mancher Tränen hindurch -
                    den Weg finden wenn alles zugebaut.

                    Das Licht im Ich, bewegt in Bewegung.

                    © baH, 23.02.2018
               

Dienstag, 20. Februar 2018

Unter der Platane

                              Weit, weit hinaus
                 strecken sich Deine starken Arme
                             und doch verheisst
                         Deine gewundene Kraft
                schon den Schutz kommender Tage
                unter Deinem kühlenden Laubdach
                            in stiller Erwartung.

                         In Gelassenheit präsent
             versammelt sich koboldisches Lachen
                 an den Endpunkten Deines Geäst,
                             augenzwinkernd
                   die Vorbeigehenden grüssend

                     Zeitlose Gegenwärtigkeit …

                             © baH, 20.02.2018

Sonntag, 18. Februar 2018

Der brechende Speer

                    Sanfter Schein überlagert
                    unscheinbar gebrochene Worte.
               
                    Freiheit?

                    Wandert Synagoge unbemerkt
                    dem Abgrund zu?

                    Gebrochene Worte,
                    nicht frei
                    torkeln im Eigen-Sinn
                    Sinn suchend
                    gegen den Wind.

                    Wind,
                    der umhüllt die Liebe.


                    © baH, 04.02./18.02.2018
                  

Sonntag, 4. Februar 2018

Ego-Falle

                    Hundertfältig geborsten
                    umwirbeln Dich die Splitter,
                    Worte -
                    zerschellt an der Panzerung
                    selbstgefälliger Ego Sicht.

                    Selbstschutz um jeden Preis.
                   
                    Tief verdeckt die Angst
                    den Boden
                    unter den Füssen zu verlieren -
                    Sicherheitswahn im Widerstreit
                    um erahnte Neuland-Zugänge.

                    Gewissheiten brechen auseinander,
                    Mut ist gefragt … angesagt im „Jetzt.“

                    © baH, 04.02.2018


Samstag, 3. Februar 2018

Strenger Blick

                Unerbittlich dringt geheimnisvoll
                ein tieferes Blicken durch sein Auge,
                schaut prüfend mir bis auf den Grund;
                unmöglich vor ihm
                auch nur das Kleinste zu verbergen.

                Tor zu einer tieferen Welt,
                sein Falken-Auge!

                Ihm in die Augen zu schauen
                erfordert Mut,
                denn nur auf den ersten Augenblick hin
                zerschmettert sein Blick  …
               
                bis die ganze Tiefe
                mich aufrichtet.

                © baH, 03.02.2018
                für Jürgen

Blütenahnung

                    Zart säuselnd tragen innere Winde
                    Pollen der Ahnung mit sich,
                    nahes Erblühen behütend -
                    die Zeit
                    rafft sich zur Tat.

                    In der Dunkelheit
                    bereitet sich vor
                    ein neuer Tag.

                    Nicht länger mehr
                    hält Keimkraft sich zurück,
                    der Mut in Neulande hinein zu wandern
                    wächst;
                    die Zeit öffnet sich der Fülle.

                    © baH, 03.02.2018

Bedrückend die Nacht ...

                    Sehen sie einander nicht,
                    die Menschen?

                    Wie Blinde tappen sie
                    umeinander herum,
                    spüren nebelumfangen
                    nicht einmal mehr sich selbst -
                    dürstende leere Hüllen.

                    Worte donnern offen durch Räume -
                    dämonengleich;
                    in den inneren Hinterzimmern
                    krümmt sich die Qual
                    vielfach vergeblichen Voran.

                    Die Zeit zerbröselt im Nichts.

                    © baH, 03.02.2018

Freitag, 2. Februar 2018

Ohne wenn und aber

                    Agape ist eine Haltung,
                    die vom Herzen her
                    sich ausdehnt
                    und den ihr zugewandten Menschen
                    ohne wenn und aber umhüllt.

                    Sie ist Ausdruck tiefster Hingabe
                    des zeitlos rein Menschlichen -
                    ein Duft,
                    der sich nicht verflüchtigt,
                    weil in Wärme gehüllt.

                    Wärme, die selbst in der Erinnerung
                    freilassend präsent bleibt,
                    als sei sie eben jetzt  g e g e n w ä r t i g.

                    © baH, 02.02.2018
                    für Anne


                   
 

Fragment 1/2018

Angesichts der Gegensätze und des alle Gesellschaftskreise umfassenden, zwanghaft angstbehafteten Verschleiern individueller Egoismen innerhalb gegenwärtiger Lebenswelten, mag es als naiv gelten die Worte Eros und Agape auch nur in die Nähe dieser Verhältnisse zu rücken. Sie gar als entscheidende Möglichkeit zur Aussöhnung, Überbrückung oder gar zu einer Vertiefung menschlicher Beziehungen auf individueller, wie gesellschaftlicher Basis benennen zu wollen. Und doch wissen wir im Grunde alle, wenn wir nur wirklich „hinschauen,“ dass selbst der Wurf eines noch so kleinen flachen Kieselsteines ein Kreisen von feinsten Wellenbewegungen bis über den Horizont einer Wasserfläche hinaus auslösen kann, von den nicht unbedingt auf ein Erstes hin spürbaren Unterwasser Wirkungen eines derartigen Tuns einmal abgesehen. Das in diesem Zusammenhang mögliche innere Nachgehen und Nachsinnen, die Spiegelbewegungen in der eigenen Seele betreffend, dabei noch nicht einmal in den Vordergrund spielend.
Kein Mensch kann heute der Schamwelle eigener individueller Metanoia entgehen. Vielfach innerlich abgeriegelt durch vorstellungsgeleitete „kunstvolle“ Rechtfertigungen (sprich überhebliches Lächeln oder spöttisches Kopfschütteln) wird ihn die innere Sturmflut am Ende doch erreichen.
Alle Veränderung und Entwicklung in der Geschichte ging zu allen Zeiten von kleinsten inneren Bewegungen aus.

Donnerstag, 1. Februar 2018

Für eine menschliche Zukunft

                                   Eros und …
                                       Agape,
                     beide vereint bilden die Kraft
                   welche das Männlich/Weibliche
                           in die Freiheit führen.

                   An den Bruchzonen unserer Zeit
                            ist die Entscheidung
                        für diese Verschmelzung
                        das Notwendende zu tun
                              zugleich der Weg
               im Widerstreit von Freiheit und Diktatur
                      den Sicherheitswahn zu bannen
                  und die Menschlichkeit zu bewahren.

                               © baH, 01.02.2018
                       

Endelos

                              Unwegsam
                                     ist

                                     …
                       
                                 der Weg
                               der Agape.

                              Das Wagnis
                         den unwegsamen

                                     …
                       
                           Weg zu gehen,
                                   lässt
                               erblühen
                              die Liebe.

                     Liebe in All-Einheit.

                      © baH, 01.02.2018
                       

Samstag, 27. Januar 2018

Heilung wird

                Wo in der Dunkelheit eigener Weggebärden
                sich tief innen Vertrauen entzündet,                                        
                leise Vertrauen den Platz einnehmen kann                                   
                wider alles selbstische Vermeinen und Erwarten,
                dort füllt sich die Dunkelheit mit zartem Licht.

                Licht, das so anders ist als das Licht der Sonne,
                die doch als die Quelle des Lebens gilt. -

                Geboren-Werden geschieht immer aus Dunkelheit,
                dem notwendig einsamen Erfahren in Dunkelheit
                bis an die Grenzen des Ertragbaren.
                Den Wehen von dort her kann keiner entgehen,
                dem „sein“ Mensch-Werden am Herzen liegt.

                Wahrhaft mutig ist, wer diesen „verborgenen“ Weg geht.

                @ baH, 27.01.2018

                angeregt durch das nachfolgende Gedicht von Barbara Hauser
                https://gefaehrtenblog.wordpress.com/2018/01/25/der-heilsame-weg/

                                                    Der heilsame Weg

                Oh, dieses ständige Geborenwerden hinein in neues Land!
               
                Was wäre, wär ich dort geblieben wo ich am Anfang mich befand?
               
                Oh, dieses ständige Geborenwerden! An dunklen unbekannten Wänden
               
                suche ich Halt mit Füßen und mit Händen.
               
                Unentwegt getrieben, oft verloren, erinnerte beim Transfer ich
               
                der Liebe mich, die vergessen war oder noch nicht geboren?

                Unbelebt kränkt sie das Herz – tief innen.
               
                Schicksalhaft ihr leiser Ruf – kein Mensch kann ihr entrinnen.

                Wär ich geblieben dort, wo ich am Anfang mich be-fand? Nie hätte
               
                ich erkannt wie unabdingbar schätzenswert sie ist und unser Heimatland.
                           






Mittwoch, 24. Januar 2018

Das Spiel

                Mit … Worten lässt sich spielen …,
                Metaphern imaginär jonglieren,
                im Wellengange
                getürmter Fata Morgana
                trefflich ruhen -

                Nur … ist das „der verborgene Weg,“
                dem tieferen Leben
                zu begegnen?
                Ist es der Weg mit deinen „Füssen“
                hineinzufinden in die Wirklichkeit?

                War dich zu entwinden
                selbst gezeugtem Verschleiern
                nicht einst dein Ziel?

                @ baH, 24.01.2018
                für B., … ein Ruf durchs Nebelhorn