Jeder Mensch ein Tor,
Aufforderung
in die eigene Unterwelt
hinunter zu steigen,
der Illusion eigenen Vermeinens zu entsagen.
Jeder Mensch eine Konfrontation
mit der dunklen Seite des eigenen Wesens,
stiller Wegweiser
die eigene Transformation
tatkräftig an die Hand zu nehmen.
Jeder Augenblick eine Chance
zwischen Licht und Dunkel
einen Weg zu bahnen,
Entfesselungen zu ermöglichen
und Freiheit spüren zu lassen.
Jedes Tor
Durchgang
Weg zu neuen Ufern,
Weckruf des Du
in den Brandungswellen des Lebens
die Angst zu überwinden
und den Mut zu finden.
© baH, 21.05.2014
Seiner Berufung wird ein literarisch arbeitender Mensch dann gerecht, wenn er durch sein Wortschaffen Wege der Entwicklung für den Menschen eröffnet. Das Wort D-ich-tung spricht es deutlich aus. Es geht um das Ich, um einen Weg der Authentizität in Bezug auf das eigene dichterische Tun. Diesen Weg zeichnete einst schon Aristoteles in seiner Poetik vor. Aus geistesgegenwärtiger Präsenz im Gespräch unter Autoren diesen Weg erneut frei zu legen, dazu will dieser Blog ein Forum sein.
Mittwoch, 21. Mai 2014
Platons Höhlengleichnis

Haiku
Im Blätterwald ein Funkeln
Lichtboten
auf Steigleitern des Lebens
baH, 21.05.2014
Lichtboten
auf Steigleitern des Lebens
baH, 21.05.2014

Verweilen im Cafè
Du hörst sie blubbern
um Dich herum
Stimmen -
wie Blasen im Strom des Lebens,
kreisend
saugend
platzend.
Du spürst Vorhänge des Verbergen rascheln,
resigniertes Haften auf Treibhölzern des Lebens,
siehst entrücktes,
einer weiten Vergangenheit zugewandtes Kopfnicken,
hörst unterschwellig monotones Wehklagen.
Du lächelst einem Kinde zu,
das unbekümmert von all dem
voll satter Freude
mit allen Sinnen
unterwegs ist mitten im Leben.
Du öffnest Deine Hand,
neigst Dich dem Kinde zu
und für einen Augenblick
taucht ihr Beide ein
in die Allgegenwärtigkeit heilender Selbstvergessenheit.
© baH, 21.05.2014
um Dich herum
Stimmen -
wie Blasen im Strom des Lebens,
kreisend
saugend
platzend.
Du spürst Vorhänge des Verbergen rascheln,
resigniertes Haften auf Treibhölzern des Lebens,
siehst entrücktes,
einer weiten Vergangenheit zugewandtes Kopfnicken,
hörst unterschwellig monotones Wehklagen.
Du lächelst einem Kinde zu,
das unbekümmert von all dem
voll satter Freude
mit allen Sinnen
unterwegs ist mitten im Leben.
Du öffnest Deine Hand,
neigst Dich dem Kinde zu
und für einen Augenblick
taucht ihr Beide ein
in die Allgegenwärtigkeit heilender Selbstvergessenheit.
© baH, 21.05.2014

1 0 0 2
Nur einen Augenblick
den Vorhang zur Seite schieben,
hineinschauen -
spüren den eigenen Blick,
wie er sich kräuselt,
verdichtet,
an Fahrt und Dynamik
von Mal zu Mal mehr zulegt.
Spüren den Hauch des Lebens,
der Dich von allen Seiten her umweht,
Dir mehr als 1001 Geschichte zuträgt.
Erleben den Reichtum,
der die Kammern Deines Herzens belebend füllt,
sobald Du
über die Kimme Deiner Vorurteile hinweg schaust,
Dich einlässt
für das so Andere
im Garten des Du.
Nur einen Augenblick!
© baH, 20.05.2014
den Vorhang zur Seite schieben,
hineinschauen -
spüren den eigenen Blick,
wie er sich kräuselt,
verdichtet,
an Fahrt und Dynamik
von Mal zu Mal mehr zulegt.
Spüren den Hauch des Lebens,
der Dich von allen Seiten her umweht,
Dir mehr als 1001 Geschichte zuträgt.
Erleben den Reichtum,
der die Kammern Deines Herzens belebend füllt,
sobald Du
über die Kimme Deiner Vorurteile hinweg schaust,
Dich einlässt
für das so Andere
im Garten des Du.
Nur einen Augenblick!
© baH, 20.05.2014

Sonntag, 18. Mai 2014
Fragment 2/2014
Das Geheimnis eines Reissverschlusses ist die Augenhöhe aller seiner Haken zueinander. Alle Haken verbünden sich in der einen Aufgabe eine unüberwindlich erscheinende Grenze zu überbrücken, einen Abgrund zu schliessen.
Keiner der Haken geht selbstbezogene Wege, denn dies würde alle, die sich in der Herausforderung einer schier unlösbar erscheinenden Aufgabe mühen um ein fliessendes Gleichgewicht des aufeinander zu Bewegen ins Wanken bringen, unentwirrbar und gewalttätig ineinander verkeilen.
Der „runde Tisch“ ist nur scheinbar eine Angelegenheit der Diplomatie. In erster Linie hängt die Möglichkeit und das Gelingen einer derartigen Unternehmung von einer im weiten Umkreis geübten inneren Haltung des Respekts vor dem, in welcher Situation auch immer, anderen Menschen ab.
Angesichts der gewärtigen Weltlage will ich einen Augenblick innehalten und mich besinnen. Bilder formen sich vor meinem inneren Auge. Schmerzhafte Geschichten scheinen auf und rufen , nach was ...
Nach Respekt vor der Würde des anderen Menschen, auch dann, wenn ich mich rein sachlich vor diesem oder jenem Sagen dieses Menschen abgrenzen muss. Ganz gleich um welcher Sache willen, die Würde des anderen Menschen ist unantastbar.
Es stehen Bilder von Männern in mir auf, die ihre Frauen autoritär nieder schreien, es schieben sich Bilder von Frauen dazwischen, die ihre Männer, von Eifersucht verführt aus dem Haus treiben, oft unschuldig. Ich sehe in erstarrte Kinderaugen, die unter der Last unsäglicher über sie verhängter Strafen, sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als durch ihr Verhalten alle Grenzen zu verletzen. Gewalttätigkeit allenthalben. Was unterscheidet diese von dem martialisch gewalttätigen Gehabe eines Separatisten hinter den Barrikaden von Slowjansk.
Ich höre das Wort "Verharmlosung" mir entgegen gerufen. Ich lächle. Hast Du den Geschichten gelauscht, die diese Menschen zu dem machten, was sie jetzt an den Tag legen. Spürst Du die Gewalttätigkeit Deines gegenwärtigen Vorurteils? Du urteilst über Menschen, die Du nicht kennst. Du machst Deine Sicht auf die Dinge zum allein gültigen Massstab und schimpfst über die Unfähigkeit von Politikern, während Du die Gräueltaten in Syrien am Fernsehen verfolgst.
Durch Europa verläuft seit Jahrhunderten eine unscheinbare Grenze, ausgelöst durch ein Schisma. Diese Grenze bricht gegenwärtig an zwei Stellen unübersehbar auseinander und ruft die Gefahr eines Bürgerkrieges auf den Plan, gebaut auf gewalttätigem Schwarz-weiss Denken.
Das Geheimnis eines Reissverschlusses ist die Augenhöhe aller seiner Haken zueinander. Alle Haken verbünden sich in der einen Aufgabe eine unüberwindlich erscheinende Grenze zu überbrücken, einen Abgrund zu schliessen. ...
Keiner der Haken geht selbstbezogene Wege, denn dies würde alle, die sich in der Herausforderung einer schier unlösbar erscheinenden Aufgabe mühen um ein fliessendes Gleichgewicht des aufeinander zu Bewegen ins Wanken bringen, unentwirrbar und gewalttätig ineinander verkeilen.
Der „runde Tisch“ ist nur scheinbar eine Angelegenheit der Diplomatie. In erster Linie hängt die Möglichkeit und das Gelingen einer derartigen Unternehmung von einer im weiten Umkreis geübten inneren Haltung des Respekts vor dem, in welcher Situation auch immer, anderen Menschen ab.
Angesichts der gewärtigen Weltlage will ich einen Augenblick innehalten und mich besinnen. Bilder formen sich vor meinem inneren Auge. Schmerzhafte Geschichten scheinen auf und rufen , nach was ...
Nach Respekt vor der Würde des anderen Menschen, auch dann, wenn ich mich rein sachlich vor diesem oder jenem Sagen dieses Menschen abgrenzen muss. Ganz gleich um welcher Sache willen, die Würde des anderen Menschen ist unantastbar.
Es stehen Bilder von Männern in mir auf, die ihre Frauen autoritär nieder schreien, es schieben sich Bilder von Frauen dazwischen, die ihre Männer, von Eifersucht verführt aus dem Haus treiben, oft unschuldig. Ich sehe in erstarrte Kinderaugen, die unter der Last unsäglicher über sie verhängter Strafen, sich nicht mehr anders zu helfen wissen, als durch ihr Verhalten alle Grenzen zu verletzen. Gewalttätigkeit allenthalben. Was unterscheidet diese von dem martialisch gewalttätigen Gehabe eines Separatisten hinter den Barrikaden von Slowjansk.
Ich höre das Wort "Verharmlosung" mir entgegen gerufen. Ich lächle. Hast Du den Geschichten gelauscht, die diese Menschen zu dem machten, was sie jetzt an den Tag legen. Spürst Du die Gewalttätigkeit Deines gegenwärtigen Vorurteils? Du urteilst über Menschen, die Du nicht kennst. Du machst Deine Sicht auf die Dinge zum allein gültigen Massstab und schimpfst über die Unfähigkeit von Politikern, während Du die Gräueltaten in Syrien am Fernsehen verfolgst.
Durch Europa verläuft seit Jahrhunderten eine unscheinbare Grenze, ausgelöst durch ein Schisma. Diese Grenze bricht gegenwärtig an zwei Stellen unübersehbar auseinander und ruft die Gefahr eines Bürgerkrieges auf den Plan, gebaut auf gewalttätigem Schwarz-weiss Denken.
Das Geheimnis eines Reissverschlusses ist die Augenhöhe aller seiner Haken zueinander. Alle Haken verbünden sich in der einen Aufgabe eine unüberwindlich erscheinende Grenze zu überbrücken, einen Abgrund zu schliessen. ...

Im Dunstkreis der Nachhaltigkeit
Unmöglich
Es ist nie zu spät,
trägst Du eine Haltung in Dir,
gelotet in Deiner Leibmitte.
Es ist nie zu spät.
Das Schöpferische in Dir
findet Wege -
selbst durch die grössten Verengungen hindurch.
Es ist nie hoffnungslos zu spät,
denn das Ich entbindet Kräfte
die von einem Augenblick zum nächsten
mehr Sprengkraft in sich bergen,
als das Wasser,
das Felsen bricht in Jahrhunderten!
Es ist nie zu spät -
© baH, 18.05.2014
Die Kraft der Veränderung
Nur der hält Ausschau
im Staub auf dem Weg,
der Erkanntes
nicht annimmt, der sich
dem Leben verweigert.
In uns lebt eine große Kraft.
Die Kraft der Veränderung
ruht in unserer Mitte.
© bmh 2013/ 2014 2. Version
Die Kraft der Veränderung
Veränderung -
Du Wüstenwind meines Alltags,
unerbittlich bläst Du mir
millionenfach die Sandkörner
meiner Unvollkommenheiten
entgegen -
ohne Ende.
Auch wenn ich wegschaue -
die Desillusionierung überholt mich,
unvorhergesehen,
räumt den Horizont
von innen her erzeugter
Fata Morganen leer -
unerbittlich.
Was bleibt ist der leere Wille -
der dunkle Umhang der schwarzen Madonna,
die in ihrem still leuchtenden Herzen
trägt den Geburtskeim der Ich-Kraft.
Wo aller Eigenwille erstorben,
zeugt sie
nachhaltige Veränderung -
öffnet unscheinbar das Tor zum Gral.
© baH, 04.06.2014
Es ist nie zu spät,
trägst Du eine Haltung in Dir,
gelotet in Deiner Leibmitte.
Es ist nie zu spät.
Das Schöpferische in Dir
findet Wege -
selbst durch die grössten Verengungen hindurch.
Es ist nie hoffnungslos zu spät,
denn das Ich entbindet Kräfte
die von einem Augenblick zum nächsten
mehr Sprengkraft in sich bergen,
als das Wasser,
das Felsen bricht in Jahrhunderten!
Es ist nie zu spät -
© baH, 18.05.2014
Die Kraft der Veränderung
Nur der hält Ausschau
im Staub auf dem Weg,
der Erkanntes
nicht annimmt, der sich
dem Leben verweigert.
In uns lebt eine große Kraft.
Die Kraft der Veränderung
ruht in unserer Mitte.
© bmh 2013/ 2014 2. Version
Die Kraft der Veränderung
Veränderung -
Du Wüstenwind meines Alltags,
unerbittlich bläst Du mir
millionenfach die Sandkörner
meiner Unvollkommenheiten
entgegen -
ohne Ende.
Auch wenn ich wegschaue -
die Desillusionierung überholt mich,
unvorhergesehen,
räumt den Horizont
von innen her erzeugter
Fata Morganen leer -
unerbittlich.
Was bleibt ist der leere Wille -
der dunkle Umhang der schwarzen Madonna,
die in ihrem still leuchtenden Herzen
trägt den Geburtskeim der Ich-Kraft.
Wo aller Eigenwille erstorben,
zeugt sie
nachhaltige Veränderung -
öffnet unscheinbar das Tor zum Gral.
© baH, 04.06.2014

In letzter Minute
Nur eine Nacht tobender Winde,
aufgebracht tanzender Wellenberge -
machte sie
die pflegende Hut vieler Wochen zunichte,
brach sie im hoch gebauten Nest
den Atem -
der kleinen Schar junger Haubentaucher?
Ich gehe am See entlang,
sehe im ruhelosen Wasser
vor der Sandbank auf- und ab- schaukelnd
den Nistplatz, leer -
spüre in mir die bange Frage.
An das Ufer eilend
schweift mein Blick über den Strand,
während meine Schritte
im Sand ihre Spur niederlegen,
bis mein Herz pocht schneller,
ich sehe
den Knäul kleiner Haubentaucher
in einer Kuhle
aus angeschwemmten Blättern und Tang.
Eng beieinander wärmen sie sich gegenseitig.
© baH, 17.05.2014
aufgebracht tanzender Wellenberge -
machte sie
die pflegende Hut vieler Wochen zunichte,
brach sie im hoch gebauten Nest
den Atem -
der kleinen Schar junger Haubentaucher?
Ich gehe am See entlang,
sehe im ruhelosen Wasser
vor der Sandbank auf- und ab- schaukelnd
den Nistplatz, leer -
spüre in mir die bange Frage.
An das Ufer eilend
schweift mein Blick über den Strand,
während meine Schritte
im Sand ihre Spur niederlegen,
bis mein Herz pocht schneller,
ich sehe
den Knäul kleiner Haubentaucher
in einer Kuhle
aus angeschwemmten Blättern und Tang.
Eng beieinander wärmen sie sich gegenseitig.
© baH, 17.05.2014

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