Donnerstag, 11. Dezember 2014

Schweigen

                    Die geöffnete Hand schliessen -
                   
                    bis nichts als feine Scherben
                    sich in die empfindliche Haut
                    bohren, ...
                   
                    die geöffnete Hand,

                    die aus dem Fluss des Lebens
                    ein kleines Schneckenhaus
                    nahe dem Herzen in sich barg,
                    schliessen?

                    Die geöffnete Hand!


                    Was wären Du und Ich
                    ohne diese kleinen Wunder,
                    durch die uns das Leben beglückt,
               
                    was ohne die Freude,
                    die Leben uns spüren lässt
                    tief in uns,

                    was wäre die Welt,
                    wenn die Sonne sich dauerhaft
                    in den Schleiern der Nacht verschlösse?

                   
                    Ich bin die Verantwortung
                    für die Kraft des Lichts in dieser Welt!

                    © baH, 11.12.2014
                    Gabriela zugeeignet
                  

 Schweigen

Ich könnte meinen Rucksack öffnen und zeigen, was darin steckt: dicht beschriebene Arbeitspläne, Protokolle, Arbeitsmaterialien, Texte und Bilder für anderswo.
Doch darüber zu erzählen verspüre ich nicht das geringste Bedürfnis.

Ich könnte erklären, was in den Körben und Kisten drin liegt, welche meinen Weg säumen oder manchmal mitten drauf stehen: Übungen meines Alltages, aber keine Anlässe, die sich teilen lassen.

Ich könnte meine Hand öffnen, ganz behutsam und freudig. Es ist das einzige, was mich drängt und mich aus dem reissenden Zeitstrom herausholt.
Doch da ist die Angst, die mich zurückhält, die Angst vor dem Blick, welcher milde lächelnd, überlegen und mit hochgezogenen Brauen seufzt:
"Ach, dass ist doch ein ganz gewöhnliches Schneckenhaus!"

Lieber schliesse ich die Hand, fest und immer fester, bis ich spüre, wie feine Scherben sich in meine empfindliche Haut bohren.

© aufeinanderzu.blogspot.ch

               

                   
                   


                   

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