Posts mit dem Label Wind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wind werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 27. Februar 2013

Wind

                Leise wehst Du, ein Hauch nur, über
                in Deinem Atem erzitternde Gräser,
                schlüpfst durch tausendfältige hohe Hallen
                sanft vor sich hin schwankender Halme -
                Du unsichtbar und doch spürbar naher.


                Du gehst eigenwillige Wege,
                treibst, was aus dem Kreislauf des Werdens gefallen,
                launisch spielend oder wild fauchend vor Dir her,
                fragend und unerbittlich zugleich -
                Deine Gebärde.


                Du richtest Dich auf
                zu alles überwältigender Kraftgestalt
                in Himalaya hohen Wolkenwänden,
                wirfst Dich im Bunde mit prasselndem Regen
                allem Werde Feindlichem entgegen
                und überschwemmst die Trägheit der Herzen -
                mit neuem Tatendrang.


                Du hoher Patriarch, zart und ungebärdig,
                Meister steter Neubelebung -
                Du horizontloser Riese 
                unermüdlicher Werde Bewegung.

                © baH, 27.02.2013
   
           
                   

Montag, 25. Februar 2013

Lauschendes Fragezeichen

            Still schwingen sie sich hinaus in den Umkreis,
            koboldisch verschmitzt lächelnd die Arme,
            an den Enden bizarr verknotet,
            komisch verzerrt und doch ...
            zum leisen Lachen verleitend ihr Ausdruck.


            So stehst Du, Geist der Platane,
            wie herausgefallen aus einer anderen Welt,
            ein still lauschend Fragezeichen. -
            Amüsierst Du Dich über meine
            ausweglosen inneren Verschränkungen?


            Fast scheu erheben sich aus Deinen Köpfen
            vereinzelte Zweige hinein in den Licht-Umkreis,
            lauschen wie in weite Fernen
            dem Wind, der ihre Spitzen erzittern lässt,
            umfassen leise erahnend sich gebärendes Licht.


            Nicht lange mehr und Du trägst in Deiner Krone
            einen Blütenkelch voll paradiesischer Unschuld,
            vergessen lassend den Frost der eigenen Seele,
            die Unbill des Unmöglichen.


            Du Frühlingsbote in frostiger Verkleidung,
            Bringer Du,
            in kalter Winternacht gereifter, neuer Fülle.

            © Bernhard Albrecht, 25.02.2013
            Gabriele Brunsch gewidmet


           

Montag, 4. Februar 2013

Silberreigen

                Über unscheinbar funkelnde Gitternetze
                tanzen sie leichtfüssig
                Stufe um Stufe der Erde zu,
                drehen ihre Kapriolen
                und lachen, lachen ohne Ende.


                Schwerelos segeln sie
                durch das nachtglühende All,
                spielen wie Kinder,                
                versunken in eine Welt
                jenseits von Raum und Zeit.


                Schelmisch gesellt der Wind
                sich an ihre Seite, lupft sie in die Höhe
                -Tränen zwischen seine Lachfältchen-
                wenn sie ihre Kristallfüsschen
                dem sicheren Boden entgegenstrecken.


                Wie hin gehaucht
                wiegen sich Nebelfahnen
                zwischen Sein und Nicht - Sein.


                Und durch den weiss bemützten Zauber
                tönt sanft ein Lied
                nicht endender Freude,
                wie es nur aus der Stille sich offenbaren kann.

                © Bernhard Albrecht, 04.02.2013

Freitag, 26. Oktober 2012

Farbensegen


                    
                      Sanft einander wiegend im Wind,
                      Blätter im Gezweig
                      scheu lächelnd,
                      fragend -
                      ein Sturm der Farben.
                             

                      Flammendes Feuer
                      lichtert
                      der Erde zu.
                             

                      Wie viel der himmlischen Kraft
                      hast Du übers Jahr hin verinnerlicht,
                      durch Deine Füsse
                      in der Erde verankert?

                      © Bernhard Albrecht, 25.10.2012
                      Angel Maria Perezano gewidmet
                      http://www.wordpress.com

                       Du - Baum

                      Wortloser Austausch
                      zwischen kryptischem Gewahrsein
                      und lichter Höhe.

                      Über rauhe Rinde wandern
                      die Fingerspitzen himmelwärts
                      und mit ihnen mein Blick.

                      Dort, wo die Weite mit den
                      leuchtenden Blättern spielt,
                      der Wind ihnen herbstliche Töne entlockt,
                      bevor sie leise zu Boden fallen
                      und ihn mit goldenem Vlies bedecken.

                      © Barbara Hauser, 29.10.2012
                      http://ikebana2012.wordpress.com
                      http://www.silberperlen.wordpress.com